Change-Management im Fragemodus – Warum?

 

Wer fragt, der führt! – Die 5-Why-Methode

Als ginge ein Ruck durch die Führungs-Workshops, hat sich im Change Management auf der Suche nach Emotional Leadership und agilen Werten die 5-Why-Methode, auch 5W-Methode als aktuelles Tool in die Zauberkiste der Trainer und Berater katapultiert. Fünf-Mal-Warum als die Methode schlechthin? …was ist so schwierig daran, nach dem Warum zu fragen?

Warum ist die Banane krumm?

Wer erinnert sich nicht? Auf kindliche Fragen nach dem Warum zu allen unglaublichen Erkenntnissen dieser bunten und spannenden Welt gab es nur zu häufig Antworten wie: „Weil es eben so ist, weil ich es Dir sage, weil wir das schon immer so gemacht haben und außerdem, weil ich Dein Vater bin.“… was der Vater will, was die Mutter spricht, das befolge still – warum? frage nicht. Diese Leitsätze stehen in alten Poesiealben in einer Generation, als IT-Technologie noch als verdrahtetes Konstrukt in den Garagen derer schlummerte, die uns bald die große Google-Warum-Maschine bescheren sollten. Warum?

Was Hänschen nicht fragt, kann Hans nicht beantworten

Ein paar Jahre später sitzen die Erwachsenen aus der Poesie-Album-Generation in den Führungsetagen der Unternehmen und tun sich schwer, sich auf Veränderungen einzustellen. Auf Bestrebungen, ein gesundes Change-Management durchzuführen, stoße ich als Beraterin sehr häufig auf Widerstände. Change? Digitalisierung? Brauchen wir nicht! Warum? Weil es eben so ist, weil ich es Ihnen sage, weil wir das schon immer so gemacht haben und außerdem, weil ich der Chef bin. Moment mal, klingt da nicht etwas nach?

Als müsste auch hier erst wieder eine bahnbrechende Erfindung aus japanischen Kaizen Welten herüber schwappen, um uns mit der Nase darauf zu stoßen, was wir uns in frühen Jahren abgewöhnt haben. Sich einfach mal zurück zu lehnen, und nach dem Warum zu fragen. Und das nicht nur einmal, sondern (mindestens) fünf Mal, so lange, bis es weh tut, bis wir dort sind, wo wir die Notwendigkeit für einen Wechsel erkennen und bereit sind, uns zu bewegen.

Generation Y – Eine neue Art von wieso-weshalb-warum

Genau mit dieser Ambition ist die sogenannte „Generation Y“ (Englisch: Why?) unterwegs. Materiell gesättigt suchen viele unter ihnen als junge Trainer und Berater ihren Weg. Sie stellen bisherige Werte in Frage und damit die Welt auf den Kopf. Ich liebe sie einfach. Sie haben gute Ideen, schnelle Denkprozesse, neue Methoden. Manchmal muss ich aber doch tief durchatmen. Im Zusammenhang mit „Unternehmen in Changeprozessen“ erlebe ich sehr spannende Entwicklungen. Häufig kommen dynamische Teams solcher Berater in traditionelle Familien-Unternehmen und stülpen ihnen eine glitzernde Schneekugel-Lösung über, die sie in ihrem eigenen Fünf-Mal-Warum-Karussell entwickelt haben. Und dennoch will die Lösung auch nach intensivem Training aller Mitarbeiter einfach nicht passen, weil sie sich nicht gut anfühlt. Weil sie die individuellen Bedürfnisse derer nicht berücksichtigt, die in einer Warum-fernen Generation aufgewachsen sind. In diesem Fahrwasser erlebe ich Menschen, die mit der neuen Situation überfordert sind, die den Change wollen, ihn aber als schmerzhaft und unsanft empfinden. Ja, Change kann wehtun. Es bedarf einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema und das rüttelt an tief verwurzelten Werten. Im sogenannten „Tal der Tränen“ werden Wunden geleckt und irgendwann entspringt daraus der Funke für den Neuanfang. Der verletzte Nationalspieler, der plötzlich wieder aufsteht, weil der Pokal zum Greifen nah ist. Hier ist ein guter Berater mit all seiner Kraft am Werk. Nicht in die Lähmung abgleiten lassen, motivieren, Miterleben in all seinen Facetten und nachhaltig begleiten. Mir ist es immer wieder eine große Freude, Menschen zu erleben, die sich dann doch aufs Eis trauen. Und genau in dem Moment bei Ihnen zu sein, wenn ihnen der dreifache Rittberger gelingt.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei, neben allem Warum auch das zu erkennen und zu genießen, was einfach da ist. Bleiben Sie achtsam!

In diesem Sinne:

Herzlichst, Ihre Petra Motte

2018-05-29T14:29:03+00:0018.01.2018|Management|0 Kommentare