Business-Etikette: Mehr als ein Trend für gute Benimm-Regeln

Mit Business-Etikette die agilen Werte leben

In der aktuellen Diskussion nimmt das Thema Business-Etikette wieder erstaunlich viel Raum ein. Von angestaubten Benimm-Regeln zu Großmutters Zeiten hin zu empathischen Kniffen, die in Zeiten abflachender Hierarchien und agilen flexiblem Führungsstilen manche Türen öffnen.

 

Business-Etikette ist mehr als reine Esskultur

In meinen aktuellen Workshops geht es in der Planungsphase immer wieder um die Frage, wie denn das geplante Essen ablaufen soll. Wenn ich dann antworte, dass ja „das Essen“ und die damit verbundenen Regeln nur ein ganz kleiner Teil unseres Vorhaben sei, sorge ich für großes Erstaunen. Und wenn wir uns dann auf die Reise durch dieses Thema begeben, passiert wiederum Erstaunliches. Wenn es also nicht nur ums Essen geht… Was bedeutet dann Business-Etikette heute genau?

 

Durch Business-Etikette ein wertschätzendes Miteinander erleben

In Zeiten abflachender Hierarchien, empathischer Führungsstile und agilen Werten ist Business-Etikette heute ein wesentlicher Faktor, die Außenwirkung eines Unternehmens zu unterstützen. Es geht um die Frage eines wertschätzenden Miteinanders, um ein flexibles Agieren auf Herausforderungen, ohne den Teamgedanken durch verletzendes Verhalten zu behindern. Durch vielfach englische Korrespondenz ist in deutschen Unternehmen ein Boom zum Thema Duzen entbrannt. Das im englischen gebräuchliche „you“ setzt nach deutschem Verständnis voraus, dass sich sofort alle duzen. Im zweiten Blick wird anhand sprachlicher Signale deutlich, dass dies nicht so ist. Gerade dann fällt es schwer, von einem gefühlten „Sofort-Du“ wieder in ein deutsches „für ewig Sie“ zu verfallen. Die Frage des Duzens nimmt daher an vielen Stellen wieder mehr Raum ein und meine Kunden kommen oft bereits mit einer hausgemachten Lösung für den Umgang mit der deutsch-englischen Sprachkultur. Diese sieht dann meist so aus, sich einfach zu Duzen. Und im Training wird dann die Frage deutlich, ob dies immer der schlüssige Weg ist? Macht es Sinn, sich gleich zu Duzen, um der Nähe zu der anderen Person mehr Ausdruck zu verleihen? Oder ist es nicht eher ratsam, gerade durch ein gepflegtes „Sie“ eine Wertschätzung zu erreichen, die mit einem simplen „Du“ gar nicht darzustellen ist?  Wie sieht es im Konfliktfall aus? Viele Menschen wünschen sich dann häufig, nicht vorschnell das „Du“ angeboten zu haben, da es in einer solchen Situation schwierig ist, das richtige emotionale Maß zu finden. Erstaunlich, welche Momente meine Teilnehmer dann in den Workshops erleben. Ein Teilnehmer fragte mich neulich: „Kann ich meinem Kollegen, den ich duze, auch wieder das Sie anbieten?“.

 

Dress for Success – über Business-Etikette den richtigen Stil finden

Die praktischen Beispiele in unserem Training zeigen immer wieder enorme Unterschiede zwischen Kleidung und Gesprächskompetenz. Unter dem Motto „Dress for Success“ nehmen wir in den Fokus, sich immer angemessen zu kleiden. Dies bedeutet nicht, sich immer in teure Designer-Kleidung zu werfen, sondern über einen gepflegten Kleidungsstil die Begegnung mit dem Gesprächspartner auf besondere Weise zu würdigen. Ob dies nun über eine Jeans mit Karohemd oder über einen dunklen Anzug kommuniziert wird, zeigt jede individuelle Fallstudie. In einer anderen Situation geht es auch darum, sich selbst auf die Zielgruppe einzustellen. Wer im Jogging-Anzug vor einer Gruppe steht, wird mit Sicherheit nicht „die Präsentation seines Lebens“ liefern können.

 

Und…, hatten wir eingangs über Essen gesprochen? Ja, das können wir zum Abschluss des Trainingstages auch sehr gerne tun, nachdem wir über die anderen spannenden Themen der Business-Etikette viel Neues herausgefunden haben.

 

In diesem Sinne: Herzlichst,

Ihre Petra Motte

 

2018-05-29T14:29:03+00:0008.11.2017|Management, Moderation/Präsentation|0 Kommentare